Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Buchgeschichten’ Category

Erst vier Monate am Bloggen und schon eine Krise?

Es geht gar nicht ums Bloggen an sich. Sondern um die Tatsache, dass ich mich in meiner ersten „Ich bin jetzt ein kleiner Teil der Buch-Blogosphäre“-Euphorie bei vielen Aktionen angemeldet und mich damit übernommen habe. Kein unbeschwerter Lesespaß mehr, viel weniger Freude am (Buch-) Bloggen, weil ich nur noch denken kann: „Das musst Du noch dafür rezensieren, dieses Buch für jene Seite, den Artikel an dem Tag für diese Aktion schreiben“ etc..

Als ich mich vorhin ans Lesen setzen wollte und einfach keine innere Ruhe dafür finden konnte, habe ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss. Wenn ich nämlich keinen Spaß mehr am Lesen habe, habe ich auch keinen mehr am Rezensieren und mein Blog würde langsam aber sicher eingehen. Und ich hätte mir mein allerliebstes Hobby, das Lesen natürlich, auch noch selber kaputtgemacht…

Hier meine Gegenmaßnahmen:

Ab sofort nicht mehr teilnehmen werde ich an den Aktionen „Tage vergehen“ und „12 Bücherzeiten“, ich werde mich um keine neuen Vorablesen-Exemplare mehr bewerben und für keine Gastrezensionen mehr; bei kommenden Leserunden und anderen Aktionen werde ich auch nicht mehr dabei sein.

Weiterhin dabei bin ich bei den Challenges (da will ich einfach durchhalten, werde mich aber für 2012 für keine mehr eintragen), beim SUB-Abbau sowieso; die Leserunde, die gestern gestartet ist, mache ich auch noch mit, und natürlich schreibe ich auch noch die Rezensionen, für die ich die Bücher schon erhalten habe (eine Gastrezension und eine für vorablesen.de).

Da mir die Idee des Freitags-Füllers sehr gefällt und ich dabei noch nie den Gedanken „Jetzt muss ich auch noch das machen…“ hatte, bleibe ich dem auch treu. Dem Hörbuch-Rezensionsprogramm ebenfalls; allerdings wird der Zeitraum zwischen den HB-Rezensionen etwas größer werden.

Ich möchte, dass in meinem Blog wieder hauptsächlich Rezensionen zu lesen sind. Und zwar zu Büchern, auf die ich gerade Lust habe. Ab und an wird es meine Buchgeschichten geben (je nachdem, wann mich ein Thema halt „anspringt“) und jeden Freitag den Füller.

Also, lieber Lesespaß, für Dich ist jetzt alles vorbereitet – bitte komm wieder!

Advertisements

Read Full Post »

Geht man nach dem Frauenbild in so manchen „Frauenromanen“, bin ich gar keine Frau. Oder zumindest keine freche. Denn ich habe keine frauentypischen Süchte: Ich breche nicht in hysterisches Quieken aus, wenn ich Schminke sehe (mein Mann hat mehr Pflegemittelchen für Haut und Haar als ich) und Schuhe habe ich genau drei Paar und halte das auch für absolut ausreichend. O.k., Handtaschen mag ich, aber ich bräuchte gar keine Handtasche, würde ich nicht immer mit mindestens einem Buch herumlaufen (man weiß ja nie, ob man mal wo warten muss…).

In hysterisches Quieken breche ich -zumindest innerlich- allerdings aus, wenn ich in einer Buchhandlung oder Bibliothek bin. Da ich mir mittlerweile die meisten Bücher ausleihe, habe ich in Buchhandlungen immer mein Notizbuch zur Hand, um mir vielversprechende Buchtitel aufzuschreiben. Manchmal verzweifele ich fast an der großen Anzahl von Büchern, die ich noch lesen will…ob ich das in meinem einen Leben wohl alles noch schaffe? In dem Zusammenhang muss ich leider auch auf das Ausleihmaximum in „meiner“ Bibliothek zu sprechen kommen- aber immerhin lernt man mit den Jahren einige Tricks, das Maximum etwas zu eigenen Gunsten auszudehnen…;)  Kann man da schon von Sucht sprechen?

Laut WHO-Definition von 1957 gibt es vier Suchtkriterien:

Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels.

Naja, ich bin schon oft in Buchhandlungen und in der Bibliothek und gehe da nur sehr selten ohne Beute wieder raus.

Eine Tendenz zur Dosissteigerung

Touché.

Die psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge

Ja, Lesen macht mich glücklich und ich kann und mag nicht mehr ohne!

Die Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft

Hm…meine Wohnung glänzt nicht immer, weil ich oft manchmal lieber lese als den Haushalt zu machen. Und wenn ich kaum zum Lesen komme (wie heute zum Beispiel), dann kann es für einzelne (bei mir Mann und Kind) schon in gewissem Maße schädlich sein, da ich bei Suchtmittelentzug sehr unleidlich sein kann und vor mich hinbrummle. Im Bus habe ich wegen eines spannenden Buches bestimmt schon öfters ältere Frauen übersehen, die meinen Sitzplatz dringend gebraucht hätten, und in Buchhandlungen unwillkürlich die Ellenbogen ausgefahren, wenn es an die Schlacht am „Mängelexemplar“-Tisch ging – alles schädlich für die Gesellschaft!

Guten Abend, mein Name ist Anja. Und ich bin büchersüchtig. Für eine Therapie habe ich allerdings keine Zeit, mein Buch ist gerade so spannend…

Read Full Post »

Oder: So ging es los mit meiner Sucht

Mit 3 entdeckte ich im Kindergarten die Faszination von Büchern. Ab da musste mir meine Oma jeden Tag in aller Herrgottsfrühe mindestens eine Stunde lang vorlesen. Dass ich selber lesen konnte, wurde entdeckt, als meine Mutter, gestresst von einem Großeinkauf, eine unwillige Fünfjährige hinter sich zum Auto herzog. „Mamaaaaaaaaa, der Zirkus kommt nach S.!“ „Stimmt doch gar nicht, Anja, und jetzt komm, ab nach Hause!“ „Stimmt wohl, da steht es doch!“ „…???“

Seit diesem Zeitpunkt habe ich mir zu sämtlichen Feierlichkeiten hauptsächlich Bücher gewünscht. An meinem achten Geburtstag, meine erste Kinderparty, auf die ich mich schon Wochen lang gefreut hatte, war in vollem Gange, kam ich nach einer halben Stunde Feierei zu meiner Mutter ins Zimmer-  mit der für sie doch recht erstaunlichen Bitte, sie möge doch ab sofort mit meinen Gästen spielen oder sie nach Hause schicken- unter meinen Geschenken war ein spannendes Buch, das ich gleich lesen wollte.

Als ich im Jahr danach stundenlang bewundernd vor der Büchersammlung meine Vaters stand, die ich, da sehr wertvoll, mit meinen meist schmutzigen Kinderhänden nicht anfassen durfte, erwachte in mir der Wunsch, eine eigene Sammlung zu besitzen.  Mit 9 1/2  Jahren war es dann endlich soweit: zu meiner Kommunion wurden viele Leute in eine Gaststätte eingeladen. Da Omas Freundeskreis riesig war und keiner mit einer Nicht-Einladung beleidigt werden durfte, kannte ich 2/3 davon kaum. Das änderte aber nichts daran, dass ich abends, als es an das große Geschenkeheimschaffen ging, in helles Entzücken ausbrach: „Ich bin reich!“ Die 1310 DM, die ich an diesem Tag erbeutet hatte, wurden nicht etwa, wie von der Familie geplant, bis zu meinem 18. gespart, nein, ich setzte mich durch und bekam ein Kinder-Girokonto. Das war der Beginn einer langjährigen Freundschaft mit dem Buchversandhaus „Mail:Order:Kaiser“. (Für die Jüngeren unter uns: Damals, als es noch kein Internet gab, gab es auch schon Buchversandhäuser. Alle paar Wochen bekam man da einen Katalog (aus Papier! Mit der Post!) zugeschickt und schickte seine Bestellung auf der beigehefteten Postkarte (aus Papier! Mit der Post!) zurück.) Lange vor An meinem 18. Geburtstag war zwar kein Pfennig von den 1310 DM mehr übrig, dafür waren alle Regale in meinem Kinderzimmer mit Büchern vollgestopft- und ich habe es geliebt.

Read Full Post »