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Archive for the ‘Krimis/Thriller’ Category

Inhalt:

Berlin, vor über 30 Jahren:

Carla Arnim, die Besitzerin eines erfolgreichen Auktionshauses, muss wegen Gürtelrose ins Krankenhaus und wird deswegen von ihrem 6 Monate alten Kind getrennt. Als sie nach ihrer Genesung in der Klinik ihr Kind wiederbekommt, ist sie entsetzt: Ihr Kind wurde vertauscht. Doch niemand will ihr Glauben schenken…

Heute:

Die junge Künstlerin Fiona Hayward wacht in der Badewanne auf und muss ungläubig festellen, dass sie in ihrem eigenen Blut liegt. Polizei und Ärzte glauben an einen Suizid, doch Fiona ist sich sicher, dass es ein Mordanschlag auf sie war. Und auch ihr will niemand Glauben schenken…

Meine Meinung:

Wie ein lang vergangenes Verbrechen das Leben von Menschen zerstören kann und wie sich zwei Frauen auf die Suche machen (nach der Tochter bzw. der eigenen Identität), das sind die psychologisch sehr differenziert herausgearbeiteten Hauptthemen dieses Buches. Besonders beeindruckt hat mich der Erzählstrang von Carla Arnim, die unablässig nach ihrer Tochter sucht und sich von nichts und niemandem davon abbringen lässt, dass ihr Kind vertauscht wurde, und alle Hebel in Bewegung setzt, um es zu finden.

Am Anfang des Buches steht man vor einem Berg von Fragen wie vor einem Puzzle, das in seine Einzelteile zerlegt ist. Nach und nach wandern die Einzelteile auf ihren richtigen Platz und am Ende steht man vor einem erschütternden, aber gut konstruierten Gesamtbild.

Mein Fazit:

Ein wirklich bemerkenswertes Buch, das einen auch nach der Lektüre nicht so schnell loslässt. (Gelesen im Rahmen einer Leserunde.)

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Der jungen Klimatologin Mavie Heller steht ein großer Karrieresprung bevor: durch Vermittlung ihres ehemaligen Professors bekommt sie eine Stelle beim IICO, einem geheimen Klimaprojekt auf La Palma. Doch Mavies Freude währt nicht lange, denn dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Eines Abends macht sie sich auf eigene Faust daran, das Herzstück des Forschungsinstitutes, den Supercomputer Prometheus, näher zu erforschen. Und entdeckt Erschreckendes: Prometheus liefert zuverlässige Wettervorhersagen und prophezeit für die nahe Zukunft eine Klimakatastrophe mit mehreren Hundert Millionen Opfern.

Mavies Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt und sie wird entlassen, setzt aber alles daran, Prometheus‘ Vorhersagen öffentlich zu machen, um möglichst viele Menschen zu retten. Dann stirbt Mavies Freundin Helen, eine Journalistin, der Mavie von der Prophezeiung erzählt hatte, angeblich bei einem Unfall – Mavies Gegner sind also viel gefährlicher, als sie zunächst dachte…

„Prophezeiung“ war mein erster Klimathriller. Am Anfang haben mich deshalb die vielen Fachbegriffe im Lesefluss gestört, aber die gehören bei diesem Thema wohl dazu und werden auch ausreichend erklärt.

Da Mavie natürlich nicht allein die Welt retten kann, bevölkern dieses Buch liebevoll charakterisierte Nebencharaktere:

Phillip, Helens Bruder, der Mann, der eben schnell 10 Millionen locker machen kann, wenn es darum geht, an brisante Informationen zu kommen. Leland Milett, der Nobelpreisträger, auf den Mavie so viele Hoffnungen gesetzt hatte, der sich dann aber schnell als Narzisst entpuppt- und damit ist er nicht der Einzige:

„Geht dir das nicht auch auf die Nerven?“, sagte [Mavie].[…]Diese Scheißspiele. Dieses Feldherrengetue. Lang lebe das Ego! Wir haben ein Problem, ein Riesenproblem: Menschenleben sind in Gefahr, und zwar ein paar Hundert Millionen Menschenleben. Aber die zu retten, Hilfe zu leisten, die Flüchtlinge aufzufangen, so gut es eben geht, eine Riesenaufgabe – scheint irgendwie zweitrangig zu sein, höchstens zweitrangig, für alle. Schön, wenn’s passiert, schön, wenn zufällig irgendwer gerettet wird, aber nur ein Nebeneffekt.“ (S. 311/312)

Durch einen unverhofften Mittelsmann bekommt Maevie schließlich auch noch Hilfe von schrägen Öko-Aktivisten mit Hacker-Kenntnissen, die sie noch dringend brauchen wird.

Meine Lieblingsnebenfigur ist aber Edward, Mavies Vater, ein ehemaliger EADS-Manager, der in einer „mobilen Immobilie“ lebt, für alle Notfälle gerüstet und immer für seine Tochter da ist.

Das Buch hat in der Mitte leider einige Längen, die letzten gut 100 Seiten jedoch sind wieder überraschend und äußerst spannend. Originell sind am Ende der Danksagung des Autors die (Buch-) Empfehlungen der wichtigsten Figuren des Romans.

Mein Fazit:

Trotz einiger Schwächen ein gutes Buch, also drei Sterne [von fünf möglichen bei vorablesen.de].

Herzlichen Dank an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!

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Sie taumelte auf die A9 Richtung Berlin im Morgengrauen, durch das der Nebel stiegt. Sie war taub für die Gefahr, die herandonnerte mit Quietschen und Heulen, blind für das grelle Licht, das sich durch die Dunkelheit schnitt und ihr Kleid noch einmal zum Leuchten brachte, zum Glimmen und Funkeln, ehe es im Schmutz der Straße und des Regens endgültig verglühte.

Eine junge Frau wird auf einer Autobahn angefahren und getötet. Es war kein Unfall, denn auf einem nahegelegenen Rastplatz werden Blutspuren von ihr gefunden. Franza Oberwieser und ihr Partner Felix Herz von der Kripo ermitteln. Was die Leserschaft eher weiß als Franza: ihr Sohn Ben kannte die Tote, sie war seine erste große Liebe…

An diesem Buch hat mir einfach alles gefallen: angefangen vom schönen Cover über die poetische Sprache – ich habe noch nie einen Krimi gelesen, dessen Haupterzählstrang in solch wunderbarer Sprache verfasst war – bis zum interessanten Ermittler-Duo: Franza Oberwieser betrügt ihren Mann mit einem Schauspieler. Zuerst nur als Affäre gedacht, als späte Rache dafür, dass ihr Mann eine kleine Tochter mit einem ehemaligen Aupair der Familie hat, merkt sie im Laufe des Romans, dass sie tiefe Gefühle für diesen anderen Mann entwickelt. Und Felix Herz, ihr Kollege, dessen Frau zum vierten Mal schwanger ist und diesmal sogar Zwillinge erwartet, was ihn emotional überfordert.

„Das Regenmädchen“ ist ein wunderbares Buch und Gabi Kreslehners erster Roman für Erwachsene – ich hoffe sehr, dass noch einige folgen werden (gerade mit Oberwieser und Herz)!

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Der zweite Fall für Carl Mørck, Kriminalpolizist in Kopenhagen und Leiter des Sonderdezernats Q, das sich mit der Aufklärung alter, nie gelöster Fälle befasst:

Auf unerklärliche Weise liegt eine über 20 Jahre alte Akte auf Mørcks Schreibtisch. Es geht um den Mord an zwei Jugendlichen, und der geständige Täter sitzt seit Jahren hinter Gittern. Doch Mørck wäre nicht Mørck, wenn er nicht doch ermitteln würde, und zusammen mit seinem Assistenten und seiner neuen Sekretärin kommt er einer Reihe von furchtbarsten Verbrechen auf die Spur. Die Verdächtigen sind ehemalige Schüler eines Internats für die Sprösslinge reicher Eltern und heute selbst Größen der Gesellschaft. Sie lassen ihren Einfluss spielen und Mørck wird der Fall entzogen- doch er ermittelt weiter…

Zu diesem Buch habe ich eine zwiespältige Meinung:

Einerseits ist es spannend; gerade die Jagdszenen, die den Sadismus und die Psychopathie der Verdächtigen illustrieren, haben mir das Blut in den Adern gefrieren lassen, und beim Lesen trieb mich dauernd die Hoffnung an, dass Mørck es irgendwie schafft, dass sich die Schuldigen nicht wieder freikaufen können, sondern ihre gerechte Strafe bekommen. Auch die Figur der Obdachlosen Kimmie, Opfer und Täterin zugleich, konnte mich größtenteils überzeugen. Die Handlung ist also durchaus mitreißend.

Andererseits reicht die Spannung bei Weitem nicht an „Erbarmen“, den 1. Fall des Sonderdezernats Q, heran. Auch ist es sehr schade, dass man von Mørck (und seinem Team) kaum etwas Privates erfährt; so wächst er einem nicht ans Herz und richtige Sympathie für ihn konnte ich leider erst im Epilog aufbringen. Deshalb fehlt mir dieser gewisse Funke, den andere Krimireihen in mir auslösen konnten: Mørck ist eben „nur“ der Ermittler, keine tiefergehend charakterisierte Figur.

Mein Fazit:

Ein recht ordentlicher Krimi, aber kein Knaller.

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Der dritte Fall für den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort: Vicki, eine junge Hobby-Fotografin, findet in einer alten Brauerei die geköpfte Leiche einer Frau. Im Laufe der Ermittlungen stellt die Polizei fest, dass der Täter von Kunst besessen sein muss, und zwei reiche Kunstsammler und ein Maler, der vor sechs Jahren in einem ähnlichen Fall in Düsseldorf verwickelt zu sein schien, werden zu Hauptverdächtigen. Doch nicht nur die Polizei geht Spuren nach, auch Vicki  ermittelt, da sie auf einem Foto, das sie in der ehemaligen Brauerei gemacht hat, einen Hinweis auf den Täter entdeckt…

Eindeutig meine Lieblingsperson in diesem Buch ist Vicki. Nach einer schlimmen Kindheit und dem Aufwachsen in einem Kinderheim, dem Tod ihrer großen Liebe und einigen Monaten auf der Straße, hat sie es geschafft, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, eine Wohnung und eine Ausbildungsstelle in einem Reisebüro zu finden. Herrlich, wie unkonventionell sie ist und sich doch danach sehnt, „bürgerlich“ zu werden. Im Laufe der Geschichte erfährt sie einiges über ihre verstorbene Mutter und ihren angeblich unbekannten Vater, findet in ihrer Chefin Clara eine Ersatzmutter und ermittelt auf eigene Faust in einem Mordfall. Eine wunderbar vielschichtige, interessante und äußerst sympathische Person!

Kommissar Dühnfort hat nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit seinem Privatleben zu kämpfen. Gleich zwei Frauen haben es ihm angetan, für keine jedoch kann er sich wirklich entscheiden und lässt so die Annäherungsversuche von beiden ins Leere laufen. Ab und an ist mir das im Buch dermaßen auf die Nerven gegangen, dass ich ihn am liebsten geschüttelt hätte. Besser als sein Freund Schorsch kann man es kaum ausdrücken: „Mei, Tino. Du bist a solcher Depp.“ Doch das stimmt nur in seinem Privatleben, denn bei den Ermittlungen hat Dühnfort den richtigen Riecher und stellt sich gegen den Rest seines Teams, Alois und Gina; die beiden sind nämlich überzeugt, den Täter schon gefunden zu haben, doch Dühnforts Bauchgefühlt sagt da etwas ganz Anderes…

„So unselig schön“ ist spannend geschrieben und überrascht am Ende glücklicherweise damit, dass es nicht dazu kommt, was man beim Lesen irgendwie immer im Hinterkopf hatte (wegen Spoilergefahr kann ich nicht näher ins Detail gehen, aber nach dem Lesen werdet Ihr wissen, was ich damit meine).

Ich freue mich schon auf Dühnforts vierten Fall- dem Kommissar ist zu wünschen, dass er dann in seinem Privatleben genauso findig ist wie in seinem Job!

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Linktip: Die Homepage der Autorin, mit Blog u.v.m.: http://www.inge-loehnig.de/

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Tobias Sartorius hat 10 Jahre seines Lebens verloren: verurteilt wegen zweier Mädchenmorde, an die er keinerlei Erinnerung hat, kehrt er nach Verbüßung seiner Strafe in seinen kleinen Heimatort Altenhain im Taunus zurück und wird dort natürlich alles andere als freundlich willkommen geheißen. Schreckliches geschieht nach seiner Freilassung: Tobias‘ Mutter wird von einer Brücke gestoßen, auf einem ehemaligen Militärflugplatz wird eine Mädchenleiche gefunden und als ein weiteres Mädchen verschwindet, gerät Tobias wieder in den Fokus der Polizei- und in Lebensgefahr, denn einflussreiche Dorfbewohner wollen nicht, dass die Wahrheit darüber ans Licht kommt, was vor elf Jahren wirklich mit den beiden jungen Frauen passiert ist, und schrecken dabei vor nichts zurück…

Nele Neuhaus weiß eindeutig, wie man einen packenden Krimi schreibt. Häufige Szenen- und Perspektivwechsel und immer wieder eine böse Überraschung, die hinter der nächsten Ecke lauert, machen das Buch so spannend, dass ich die ganze Nacht durchgelesen habe, weil ich „Schneewittchen muss sterben“ (allein der Titel!) nicht aus der Hand legen konnte. Die Doppelmoral der Dorfbewohner dringt aus allen Seiten, die alltäglichen Grausamkeiten, die einige Personen ohne jegliche Gewissensbisse anderen antun und die über Jahre hinweg zusammengenommen letztlich dazu führen, dass Menschen ihre Existenzgrundlage, ihre Freiheit und einige sogar ihr Leben verlieren, stellt Neuhaus so plastisch dar, dass ich aus dem Frösteln kaum herausgekommen bin. Bemerkenswert gut gestaltet ist auch das Ermittler-Duo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, die neben der komplizierten Wahrheitsfindung auch in ihrem jeweiligen Privatleben so manches Problem zu bewältigen haben.

Dass „Schneewittchen muss sterben“ schon der vierte Fall um Kirchhoff und von Bodenstein ist, habe ich beim Lesen nicht bemerkt, obwohl ich die ersten drei Fälle (noch) nicht kenne. Ein weiterer Pluspunkt.

Mein Fazit:

Buchtipp, unbedingt lesen!

 

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Adelina, Apothekerin im spätmittelalterlichen Köln, ermittelt wieder. Diesmal aber in eigener Sache, denn als aus einem Beinhaus Knochen gestohlen werden und kurze Zeit darauf eine Frauenleiche in Adelinas Abortgrube gefunden wird, wird Adelinas Mann, der Medicus Neklas Burka, verdächtigt und festgenommen. Im Laufe ihrer Nachforschungen kommen Dinge ans Licht, die selbst die Apothekerin an der Unschuld ihres Mannes zweifeln lassen…

Ich mag Adelina: Eine starke Frau, die trotz vieler Anfeindungen die Apotheke ihres Vaters übernommen hat und sich ganz „nebenbei“ auch noch einer großen Familie widmet: sie sorgt für ihren geistig behinderten jüngeren Bruder Vitus, ihre Stieftocher Griet, ihren dreijährigen Sohn Colin und ist in „Frevel im Beinhaus“ gerade mit ihrem zweiten Kind schwanger- was sie aber nicht davon abhält, für ihren Mann zu kämpfen.

Dass die Autorin Geschichte studiert hat, merkt man dem Buch an, sehr lebendig schildert sie das Leben in Köln im späten Mittelalter. Weiterhin ist „Frevel im Beinhaus“ spannend und durch die Personenübersicht am Anfang und das Glossar am Ende des Buches auch noch überaus leserfreundlich.

Eigentlich lese ich ja am liebsten Krimis, die in der heutigen Zeit spielen, aber so langsam beginnt sich mein Lesegeschmack auf historische Romane auszudehnen; „Frevel im Beinhaus“ hat von beiden Genres etwas und konnte mich deshalb begeistern.

Das wird übrigens nicht mein letzter historischer Roman von Petra Schier gewesen sein, „Die Stadt der Heiligen“ liegt schon auf meinem SUB und natürlich hoffe ich auf eine Fortsetzung der Adelina-Reihe.

P.S.: Hier kann man sich umschauen in „Adelinas Welt“ und so einiges über ihre Zeit lernen.

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