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Archive for the ‘SUB-Abbau’ Category

Inhalt:

Dahlia, die Ich-Erzählerin, stammt ursprünglich aus Deutschland, ist aber ins Elsass ausgewandert und besitzt dort einen wunderbaren Romantikladen – der leider kurz vor der Pleite steht. Ihr Freundin Estelle, nach Baden-Baden ausgewanderte Französin, ist Jazz-Sängerin, bekommt aber kaum noch passende Engagements und hat Beziehungsprobleme. Die Dritte, Älteste und scheinbar einzig Glückliche im Bunde ist Bruni, ehemals eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die nun mit Anfang 60 zu ihrem Liebsten nach Südfrankreich gezogen ist, um dort nur noch die Zweisamkeit zu genießen.

Aus Südfrankreich erreichen Dahlia und Estelle schwärmerische Postkarten von Bruni, und da die beiden recht deprimiert sind, beschließen sie spontan, ihre Freundin zu besuchen. Wie sie diese dort vorfinden, das hat allerdings wenig zu tun mit dem Inhalt ihrer Postkarten…

Meine Bewertung:

Was würde ich darum geben, wenn es mehr (sogenannte) Frauenromane wie „Lavendelblues“ gäbe!

Bücher, in denen es wirklich um Frauen geht, in denen das Wort „Diät“ kein einziges Mal vorkommt und nicht Männer die (mehr oder weniger) heimlichen Hauptpersonen sind.

Bücher, in deren Sprache man am liebsten baden würde, so wunderschön ist sie:

[Yves‘ Musik] hat die schwere Süße der überreifen Trauben im Süden, die kalte Schärfe des Zuckerrohrs, das dort wuchert, wo van Gogh sich das Ohr abschnitt. Seine Musik bewegt sich wie Lavendelblüten in einem Wind, der Wolkenbrüche vor sich her treibt. Lavendelblues…Vom Himmelswasser ist sein Duft nicht auszuwaschen. Und so setzen sich in das traurige Ziehen leise Akzente, hüpfen, fangen an zu rollen wie die Brandung am Meer. Es ist ein Meer, das seine Trauer tanzt und wogt und Menschenkörper mitreißt. Yves spielt Tristesse, die nach Muschelsand riecht, nach Blütenfeldern und nach einer südlichen Regennacht.

Bücher, die die LeserInnen mit einem Ziehen im Herzen zurücklassen, mit Fernweh und der Sehnsucht danach, die eigenen Träume zu verwirklichen.

 

Mit Dahlia und Bruni wäre ich selbst gern befreundet und in allen drei Freundinnen konnte ich Persönlichkeitsanteile entdecken, die Teilen meiner eigenen Persönlichkeit gar nicht so unähnlich sind. Bei Dahlia und ihrem Geschäft war es am Naheliegendsten, auch wenn mein Traumladen kein Romantik-, sondern ein „etwas anderer“ Buchladen wäre.

 

Der kurze Prolog hat mich zuerst verwirrt, aber gleich beim ersten Kapitel war ich mitten in der Geschichte. Dazu trägt auch bei, dass nicht nur die Haupt-, sondern auch die Nebenfiguren liebevoll ausgestaltet sind. Und dass auch Frankreich eine große Rolle spielt: schon das Cover finde ich sehr gelungen und so, wie die Autorin das Land beschreibt, würde ich am liebsten sofort eine Reise zu den Orten des Romans unternehmen.

Mein Fazit:

Kurz und knapp: Ein Genuss!

***

Linktipp:

Die Homepage zum Roman: Lavendelblues



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Erst vier Monate am Bloggen und schon eine Krise?

Es geht gar nicht ums Bloggen an sich. Sondern um die Tatsache, dass ich mich in meiner ersten „Ich bin jetzt ein kleiner Teil der Buch-Blogosphäre“-Euphorie bei vielen Aktionen angemeldet und mich damit übernommen habe. Kein unbeschwerter Lesespaß mehr, viel weniger Freude am (Buch-) Bloggen, weil ich nur noch denken kann: „Das musst Du noch dafür rezensieren, dieses Buch für jene Seite, den Artikel an dem Tag für diese Aktion schreiben“ etc..

Als ich mich vorhin ans Lesen setzen wollte und einfach keine innere Ruhe dafür finden konnte, habe ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss. Wenn ich nämlich keinen Spaß mehr am Lesen habe, habe ich auch keinen mehr am Rezensieren und mein Blog würde langsam aber sicher eingehen. Und ich hätte mir mein allerliebstes Hobby, das Lesen natürlich, auch noch selber kaputtgemacht…

Hier meine Gegenmaßnahmen:

Ab sofort nicht mehr teilnehmen werde ich an den Aktionen „Tage vergehen“ und „12 Bücherzeiten“, ich werde mich um keine neuen Vorablesen-Exemplare mehr bewerben und für keine Gastrezensionen mehr; bei kommenden Leserunden und anderen Aktionen werde ich auch nicht mehr dabei sein.

Weiterhin dabei bin ich bei den Challenges (da will ich einfach durchhalten, werde mich aber für 2012 für keine mehr eintragen), beim SUB-Abbau sowieso; die Leserunde, die gestern gestartet ist, mache ich auch noch mit, und natürlich schreibe ich auch noch die Rezensionen, für die ich die Bücher schon erhalten habe (eine Gastrezension und eine für vorablesen.de).

Da mir die Idee des Freitags-Füllers sehr gefällt und ich dabei noch nie den Gedanken „Jetzt muss ich auch noch das machen…“ hatte, bleibe ich dem auch treu. Dem Hörbuch-Rezensionsprogramm ebenfalls; allerdings wird der Zeitraum zwischen den HB-Rezensionen etwas größer werden.

Ich möchte, dass in meinem Blog wieder hauptsächlich Rezensionen zu lesen sind. Und zwar zu Büchern, auf die ich gerade Lust habe. Ab und an wird es meine Buchgeschichten geben (je nachdem, wann mich ein Thema halt „anspringt“) und jeden Freitag den Füller.

Also, lieber Lesespaß, für Dich ist jetzt alles vorbereitet – bitte komm wieder!

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Doch wenn ich das Wort Hartz IV ausspreche oder denke oder auch nur versuchsweise auf mich selber anwende, dann kann ich nicht glauben, dass ich dazugehören soll. Dass ich das bin.

Nach dem Philosophiestudium und einem Job als Barkeeper wird Thomas Mahler arbeitslos und muss Hartz IV beantragen. Er schildert seine Gefühle und Erlebnisse „in der Schlange“ vor dem Arbeitsamt, beim ersten Treffen mit seiner Sachbearbeiterin, in einer sinnlosen Trainingsmaßnahme („Das ist einfach so.“) und bei stupiden 1€-Jobs. Er erzählt von einem Geburtstagskaffee bei Verwandten, bei dem die eigentlich harmlose Frage nach seiner derzeitigen Tätigkeit zum Spießrutenlauf wird. Und schließlich von seinem Ausweg aus Hartz IV – den er allerdings nicht dem Arbeitsamt, sondern einem Buchvertrag zu verdanken hat.

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll bei diesem Buch:

Weinen, weil Hartz IV an sich ja ein trauriges Thema ist, und der Autor durchaus auch leidet: am Geldmangel (auch wenn im Buch vergleichsweise wenig zu diesem Aspekt der Arbeitslosigkeit gesagt wird; meiner Meinung nach ist das aber der Grundlegende), an fehlenden Aufgaben und am Statusverlust; an Letzterem sogar so sehr, dass er nicht einmal seiner Familie die Wahrheit sagen kann.

Lachen, weil Mahler überaus humorvoll über sein „Jahr auf Hartz IV“ schreibt. Gerade seine Trainingsmaßnahme und seine   1€-Jobs scheinen dermaßen absurd gewesen zu sein, dass jeder Satiriker sich die Hände reiben würde über solche Erlebnisse.

Aber trotzdem konnte ich nicht richtig warm werden mit dem Buch. Trotz vieler (mehr oder weniger) philosophischer Gedanken bleibt das Buch seltsam oberflächlich. Liegt das an den Klischees, die Mahler oft bemüht? Oder an der Tatsache, dass das Buch (natürlich) aus einer „Ich habe es hinter mir, ich bin jetzt Autor“-Sicht geschrieben wurde? Wäre an ein, zwei Stellen mehr Ernsthaftigkeit angebracht gewesen (so wie bei dem Zitat am Beginn meiner Rezension, das ich einfach grandios finde) oder insgesamt eine andere Gewichtung des Beschriebenen?

Bei mir lag es wohl an einer Mischung aus allem, dass ich das Buch zwiespältig betrachte. Als erster Einstieg für Leute, die sich näher mit dem Thema Hartz IV beschäftigen wollen, ist es auf jeden Fall geeignet. Nur muss man sich bewusst machen, dass es für viele eben kein so glückliches Ende gibt wie für Herrn Mahler.

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„Was ist ein Mensch? Woher wollen wir das wissen?“

Durch Lesen.

Wahrhaftiges, lustvolles, genießendes Lesen.

Ich mag Menschen, die sich mit Literatur auskennen und andere dafür begeistern können. Diese Menschen stellen Zusammenhänge her, analysieren und interpretieren, dass es eine Freude ist, ihren Gedankengängen zu folgen.

Und ich mag die Bücher, die solche Menschen schreiben, wie Ulrike Draesners „Schöne Frauen lesen“:

9 Autorinnen und ihr Werk stellt sie erst in Kurzportäts, dann in Essays vor, darunter Gustave Flaubert mit „Madame Bovary“, der durch sein Zitat „Madame Bovary, c’est moi“ gut in diesen Rahmen passt.

Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht „Das Spiegelbild“ interpretiert Draesner furios auf 13 Seiten, sie nimmt uns mit zu Virginia Woolfs „Mrs. Dalloway“ und „The Waves“, weckte meine Neugier auf die Sprachspielereien von Gertrude Stein, schreibt 49 freie Verse über Friederike Mayröcker und beleuchtet das „Schreiben und Leben“ der Autorin von „Besessen“, Antonia S. Byatt. Und sie hat mein Interesse für zwei Autorinnen geweckt, die ich noch nicht kannte: Marcelle Sauvageot und Michèle Métail.

Dieses Buch kann man nicht „mal eben schnell“ lesen. Viele Sätze muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, mehrmals lesen, durchdenken und auf sich wirken lassen. Man merkt der Sprache und dem Inhalt an, dass Draesner Lyrikerin und promovierte Germanistin ist.

Ein Buch über die Kunst der Literatur, das selbst ein Kunstwerk ist. Und eine wunderbare Liebeserklärung an „wahrhaftiges, lustvolles, genießendes Lesen“.

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Projekt Buchkauffrei

Gestern bin ich über twitter auf eine interessante Aktion gestoßen, bei der ich mitmachen werde: Myriel von Lesen Beflügelt.org hat das Projekt Buchkauffrei ins Leben gerufen. Die Regeln:

Vom 09.03.-23.04.2011 darf kein Buch gekauft oder bestellt werden. Auch Rezensionsexemplare dürfen nicht angefordert werden und tauschen auf den bekannten Tauschplattformen gilt auch nicht. Was euch ohne Anforderung zugeschickt wird, zählt selbstverständlich nicht. Bücher, die in der Zeit erscheinen und die ihr bereits vorbestellt habt, sind auch genehmigt (aber vielleicht könnt ihr ja selbst mal überlegen, ob es nicht auch geht, diesen Kauf auf später zu verschieben?). Ihr dürft weiterhin an Büchergewinnspielen teilnehmen. Jeder Teilnehmer hat innerhalb dieser sieben Wochen 3 Joker zur Verfügung. Die kann man für Bestellungen, Käufe oder Anforderungen einsetzen – wie man mag. Ein Joker gilt für ein Buch. Überlegt euch also gut, wofür ihr was einsetzt. Ihr dürft euch gerne Bücher ausleihen 🙂

Da ich mir die meisten Neuerscheinung aus der Bibliothek ausleihe und in diesen sieben Wochen wirklich meinen SUB (fast 100 Bücher) verkleinern möchte, werde ich mir in dieser Zeit auch kein Buch ausleihen. Endlich wird sich meine Kategorie „SUB-Abbau“ füllen! 😉

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Tage vergehen- #6

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich anhöre wie meine eigene Oma: seitdem ich bei „Tage vergehen“ mitmache, merke ich erst, wie schnell doch so eine Woche rum ist…

#6 widme ich heute nur einem Thema, nämlich meinem SUB:

In dieser Woche nur um zwei Bücher gewachsen, macht er mir doch Sorgen. Weit über 80 Bücher stehen jetzt schon länger bei mir ungelesen herum, darunter sicherlich einige Perlen, doch weil ich dauernd so viele neue Bücher entdecke, wird er eher größer als kleiner und die Perlen bleiben unentdeckt. Deswegen starte ich jetzt eine kleine SUB-Abbau-Challenge nur für mich allein: Mindestens (!) zwei Bücher vom SUB möchte ich in der nächsten Zeit pro Monat lesen, den aktuellen Stand könnt Ihr rechts unter der Blogroll sehen und die entsprechenden Rezensionen sind dann auch unter „SUB-Abbau“ kategorisiert. Zu einem richtigen Bücherfasten (also nur welche vom SUB lesen), kann ich mich nicht durchringen, das würde bei mir eh nicht klappen (ich sage nur Bücherforen, vorablesen, Literaturblogs… 😉 ); aber beim Bücherzählen vorhin hat mich schon die Leselust auf das ein oder andere Werk gepackt…

Edit: erstens kommt es anders,

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